Kranwaagen-Wiki

In unserem Kranwaagen-Wiki möchten wir Ihnen die wichtigsten Begriffe der Wägetechnik kurz und prägnant erläutern.
 

Eichung


Das Eichen ist eine gesetzlich geregelte Qualitätsprüfung. Eine geeichte Kranwaage wird vom Gesetzgeber vorgeschrieben, wenn diese zur Preisfindung eingesetzt wird.

Beispielsweise ist eine geeichte Kranwaage Pflicht, wenn mit ihr Stahlcoils verwogen werden, deren Verkaufspreis vom Gewicht abhängig sind. Die Eichung von Kranwaagen umfasst zudem gesonderte Kennzeichnungsvorschriften. So wird eine Kranwaage nach dem die Prüfung erfolgreich vom Eichamt abgenommen wurde versiegelt, damit keine nachträglichen Manipulationen am Messgerät möglich sind. Sämtliche Kranwaagen mit einer Traglast von bis zu drei Tonnen müssen alle zwei Jahre nachgeeicht werden. Kranwaagen mit einer Traglast größer als drei Tonnen müssen nur alle drei Jahre nachgeeicht werden.

Hängewaage


Teilweise wird eine Kranwaage auch als Hängewaage bezeichnet und steht somit für das gleiche Produkt.
Der Begriff „Hängewaage“ ist auf die Nutzung dieses Waagentyps zurückzuführen, da diese aufgehängt wird um zu wiegen bzw. werden Güter hiermit hängend verwogen.

Die Bezeichnung Hängewaage ist allerdings nur noch selten gebräuchlich und der gängigere Begriff „Kranwaage“ hat sich durchgesetzt.

Industriewaage


Häufig hört man den Begriff Industriewaage in unterschiedlichem Zusammenhang, was manchmal für Verwirrung sorgt.
 
Sucht man beispielsweise im Internet nach „Industriewaage“ erscheinen unterschiedliche Anbieter, Produkte bzw. Abbildungen.
 
Die Problematik hierbei ist, dass dieser messtechnische Begriff nicht eindeutig definiert ist und somit für nahezu alle Waagen verwendet werden kann, die in der Industrie eingesetzt werden.
 
Da die einzelnen Industriebranchen sehr unterschiedlich sind, ist die Vielzahl der verfügbaren Industriewaagen verständlicherweise sehr divers.
 
Eine Bildersuche bei Google spiegelt dies sehr deutlich wider: Direkt auf der ersten Seite findet man Abbildungen von einer Bodenwaage, Zählwaage, Plattformwaage, Balkenwaage, Obstwaage, Paketwaage, Palettenwaage, Medizinwaage und selbstverständlich auch die Kranwaage.
 
Dies verdeutlich wie breit dieser Begriff Anwendung findet. Zeigt aber auch gleichzeitig, wie wichtig das Wägen in der Industrie im Laufe der Zeit geworden ist!
 
Es gibt nahezu kein Produkt, welches während seines Produktentstehungszykluses nicht mindestens einmal verwogen wird. Sei es beim Verpacken, bei der Wertermittlung oder für die Ausfertigung von Frachtpapieren.
 
Es empfiehlt sich jedoch folglich den Begriff Industriewaage zu vermeiden oder im entsprechenden Kontext genauer zu spezifizieren. Wie beispielsweise: eine Kranwaage zur industriellen Anwendung oder Industriewaage (Kranwaage).

Justierung


Laut DIN 1319-1:1995 wird Justieren definiert als das „Einstellen oder Abgleichen eines Messgerätes, um systematische Abweichungen so weit zu beseitigen, wie es für die vorgesehene Anwendung erforderlich ist. − Justierung erfordert einen Eingriff, der das Messgerät bleibend verändert."
Dies bedeutet im Klartext, dass beim Justieren der angezeigte Messwert so eingestellt wird, dass die Abweichung zum tatsächlichen Bezugswert möglichst klein ist.
Die Justierung der Kranwaage wird dann notwendig, wenn bei einer Kalibrierung die Messabweichungen zwischen dem Anzeigewert und dem Bezugswert unzulässig hoch sind. Dies bedeutet, beim Justieren muss ein Eingriff in das Messsystem erfolgen.

Kalibrierung


Kalibrieren definiert das Feststellen und Dokumentieren der Abweichung der Kranwaagenanzeige von der tatsächlichen Gewichtsgröße.
Beim Kalibrieren der Kranwaage wird unter vorgegebenen Bedingungen der Zusammenhang zwischen Eingangs- und Ausgangsgröße ermittelt und dokumentiert. Eingangsgröße ist das tatsächliche Gewicht und Ausgangsgröße ist das elektrische Ausgangssignal, welches am Display widergegeben wird.
 
Die Dauer bis zur nächsten Kalibrierung der Kranwaage ist dabei nicht exakt definiert, kann aber von zahlreichen Faktoren abhängen, wie bspw. Temperaturschwankungen, Nutzungshäufigkeit und Einsatzgebiet.
 
In der Regel empfehlen wir unseren Kunden, deren Waagen im industriellen Umfeld genutzt werden, einmal jährlich zu rekalibrieren.
 

Kranwaage


Eine Kranwaage wird zur Erfassung großer Massen eingesetzt. Wie bereits der Name vermuten lässt wird diese Art von Waage am Haken eines Lastkranes angehängt. An dem Haken der Kranwaage wird wiederum das zu verwiegende Gut angehängt. Das Display der Kranwaage zeigt die entsprechenden Gewichtswerte des Guts an. Mit einer Kranwaage von EHP Wägetechnik darf das Gut nicht nur verwogen werden, sondern dieses auch transportiert werden. Dies ist mit anderen Kranwaagen nicht erlaubt (nach EN13155).

Wägezelle


Wägezellen sind eine Sonderform der Kraftaufnehmer/Kraftsensoren zum Aufbau von Wägevorrichtungen, d. h. zum Verwiegen mit Waagen. Grundsätzlich existieren Wägezellen in sämtlichen Wägebereichen meist im Gramm (g) Kilogramm (kg) oder Tonnen (t) Bereich.

Wägezellen sind in kalibrierter und geeichter Ausführung erhältlich. Wägezellen von EHP Wägetechnik sind gekennzeichnet durch ihr hermetisch gekapseltes Gehäuse, was diese für den industriellen Einsatz ideal macht. Diese werden neben dem Einsatz in der Kranwaage hauptsächlich zum Aufbau von Wägevorrichtungen eingesetzt und kommen typischerweise in Fahrzeug-, Behälter- und Plattformwaagen zum Einsatz oder finden in der Prozesstechnik Verwendung.